Die Familie André kam Ende des 17. Jahrhunderts als hugenottische Flüchtlingsfamilie nach Frankfurt und ließ sich später in Offenbach nieder. Ab dem 18. Jahrhundert entwickelte sich die Familie unternehmerisch weiter – daraus entstanden zwei erfolgreiche Geschäftszweige: die Textilfärberei und die Holz- und Dekorbranche.
1876
Die Stadt Offenbach will die Gräben, aus denen die Textilfärberei ihr Wasser bezieht, zuschütten. Die Färberei kann dort nicht weiterbestehen.
Philipp Theodor André plant deshalb die Verlegung des Betriebs. Die Wahl des neuen Standorts fällt auf Hirschhorn. Hier findet man Holz, geeignetes Wasser, Arbeitskräfte, ein Grundstück – die ehemalige Bores-Mühle – sowie die im Bau befindliche Eisenbahn, die 1879 eröffnet wird. Außerdem wohnen dort Familienmitglieder, die Besitzer des Furnierwerks.
1878
Philipp Theodor André nimmt die Arbeit in seinem neuen Hirschhorner Betrieb als reine Seidenfärberei J. A. André auf.
Um 1900
Ein Auftrag, der Furore macht: Für die Kiswa, den Vorhang der Kaaba in Mekka, werden 2.000 kg Stickseide schwarz gefärbt.
1910
Die Färbung mit Anilin-Farbstoffen wird aufgenommen. Damit werden Buntfärbungen möglich.
1923
Dr. Richard André beginnt, neben Seide auch Kunstseide und Baumwolle sowie später Wolle und Zellwolle zu färben.
Das Färben von Kunstseide, Baumwolle und Wollsträngen, loser Zellwolle sowie die Mercerisation und Kreuzspulenfärberei werden zu neuen Geschäftsfeldern.
1949
Nachdem die amerikanische Besatzungsmacht den Betrieb – ohne Maschinen – wieder freigegeben hat, werden neue Garnfärbeapparate für Wollgarne, insbesondere Strickgarne, und später für vollsynthetische Garne beschafft.
Es entstehen die Flockenfärberei und die Teppichfärberei.
1982
Harald und Hannelore Groß gründen die Textilfärberei Hirschhorn GmbH als Nachfolgeunternehmen der J. A. André Sohn GmbH.
2005
Michael Thierling kauft die Textilfärberei Hirschhorn GmbH und führt sie weiter.
Aus einer Lohnfärberei wird ein Unternehmen, das selbst Garne, Muster und Farben für komplette Kollektionen im Premium-Segment entwickelt.
Die Produktpalette wird kontinuierlich weiterentwickelt – mit einem starken Fokus auf umweltverträgliche Verfahren.
